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Warum ich mich zum Affen mache, um mein Growth Mindset zu stärken

Aktualisiert: 13. Okt. 2025


Ein Stofftier Äffchen mit hochgezogenen Augenbrauen

Bis vor wenigen Jahren empfand ich die Vorstellung zu scheitern als so unangenehm, dass ich mich nur ernsthaft mit etwas beschäftigte, von dem ich sicher sein konnte, es mit Bravour zu meistern. Die Angst davor, mich zu blamieren – mich sprichwörtlich zum Affen zu machen – war einfach zu groß. Niemand sollte denken, dass ich für was auch immer zu "dumm" oder zu "untalentiert" war. Erst mit Anfang 30 wurde mir bewusst, wie stark mein Fixed Mindset ausgeprägt war. Mir wurde klar, was ich alles nicht erlebt hatte, weil mich die Angst zu versagen daran gehindert hat, es auch nur zu probieren. Gleichzeitig merkte ich, dass ich endlich rauswollte aus dieser Zwangsjacke, die man Komfortzone nennt. Also suchte ich nach einem Weg, meine blockierende Denkweise aufzulösen und verschrieb mir meine eigene "Schocktherapie".


Raus aus der Komfortzone, rein ins Growth Mindset


Ich fing damit an, mich bewusst und systematisch in Situationen zu begeben, in denen das Risiko, mich "zum Affen zu machen" besonders groß war. Zum einen, weil ich mir selbst beweisen wollte, dass meine Welt von ein bißchen Peinlichkeit nicht zusammenbricht. Zum anderen, weil ich die inneren Narrative wahrnehmen wollte, die in mir abliefen, sobald ich mich "in Gefahr" begab. Ich kreierte bewusst Herausforderungen, die mich aus meiner Komfortzone zwangen. Dazu gehörte zum Beispiel jede Gelegenheit wahrzunehmen, bei der ich vor vielen Menschen präsentieren musste oder in Gesprächen gnadenlos meine eigene Unwissenheit zu offenbaren (ja auch im Job!). Situationen, die ich fürchtete, weil man mich für dumm, unfähig oder merkwürdig abstempeln konnte. Sie haben mich allesamt Überwindung gekostet und mich gleichzeitig viel gelehrt.

Neues Peinlichkeits-Toleranz-Level: Unlocked!


Meine aufschlussreichste Challenge allerdings war von einer etwas anderen Sorte. Auf die Idee brachte mich der US-amerikanische Growth Mindset Coach Trevor Ragan (thelearnerlab.com). Er rief 2017 – unter dem Label "train ugly" – dazu auf, in 10 Tagen etwas ganz neues zu lernen, sich dabei zu filmen und die Videos auf Instagram öffentlich zu machen. Warum? Weil ein Lernprozess unglaublich wichtig aber meistens "ugly" ("hässlich") ist. Die PERFEKTE Gelegenheit für mich, meine Peinlichkeitstoleranz auf ein ganz neues Level zu heben. Ich suchte mir ein Lernziel, das schon in sich selbst mit einem gewissen Fremdschämpotenzial für den Zuschauer daher kommt: Beatboxen. Ziemlich cool und beeindruckend, wenn man es kann, sonst ungelenkes Grimassenschneiden, das von komischen Lauten begleitet wird.

"Das gehört sich nicht für eine Frau!"

Mit der Anmeldung zur Insta-Challenge überkam mich ein Schwall von Angst. Schon beim bloßen Gedanken, öffentlich auf Instagram zu beatboxen (oder eher zu "beatboxen"), kam mir eine ganze Flut an blockierenden Glaubenssätzen entgegen. Einige davon überraschten mich ("Beatboxen? Das gehört sich nicht für eine Frau!"). Dazu gesellten sich die üblichen Unsicherheiten ("Du schadest Deinem (Be-)Ruf!", "Darf eine Führungskraft sowas öffentlich tun?", "Was werden die Kollegen denken?"). Es ging sogar so weit, dass ich darüber grübelte, ob mich meine alten Schulkameraden, die mich eventuell ganz zufällig auf Insta sehen könnten, auslachen würden. Dabei waren das damals allesamt echt nette, anständige Menschen...mal ganz abgesehen davon, dass mein Abi nun auch schon ein paar Jahre her ist. Eins ist klar: Man kann selbst die harmlosesten Dinge zum Super-Risiko erklären. Das Gehirn hilft Dir gern dabei und strickt für Dich die wahnwitzigsten Weltuntergangs-Szenarien. Ich habe die Herausforderung trotzdem angenommen.


Und dann passierte etwas unvorhergesehenes


Witzigerweise war mein damaliger CEO einer der ersten, der meine Beatbox-Videos geliked und einer von vielen, die mich angefeuert haben. Außer mir hatte offensichtlich niemand Bedenken, ob ich "so etwas öffentlich tun sollte". Wenige Monate später durfte ich sogar die Key Note auf unserem Company Event übernehmen und über diese Erfahrung erzählen (vor vielen Menschen, auf Englisch - riesiges Peinlichkeitspotenzial, andere Geschichte). In unzähligen Gesprächen, die diese Beatbox-Challenge angestoßen hat, ist mir nochmal mehr bewusst geworden, dass wir uns selbst am meisten blockieren. Ich hätte nichts peinliches daran gefunden, wenn ein anderer diese Challenge gemacht hätte. Im Gegenteil: Ich bin sozusagen die Chief Cheerleaderin für alle, die etwas neues probieren und über sich hinauswachsen wollen. Und dennoch habe ich mir selbst so viele blockierende Storys aufgetischt.


Kleine Challenges helfen, innere Narrative aufzudecken


Leider steht uns unser Mindset manchmal ganz schön im Weg. Das muss aber nicht so sein! Ich kann jedem nur empfehlen, sich kleine Challenges zu bauen, die einen schrittweise aus der Komfortzone herausführen. Betrachte die Herausforderungen als Experimente und beobachte, was mit Dir geschieht. Hör gut in Dich hinein – Du wirst staunen, welche inneren Narrative und Glaubenssätze Dir begegnen. Prüfe genau, mit welchen Du übereinstimmt und mit welchen nicht. Je besser Du verstehst, welche Storys Dich ausbremsen, desto gezielter kannst Du daran arbeiten, diese inneren Blockaden aufzulösen. Ich wünsche Dir viel Erfolg dabei! Keep on growing!




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